95. Rhein-Main Journalisten-Stammtisch: Neue Chefredakteurin bei der Frankfurter Rundschau
- 23. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Eine konsequente Digitalstrategie, klare inhaltliche Schwerpunkte und ein deutlicher Fokus auf Haltung: Mit diesem Anspruch ist Sabrina Hoffmann angetreten, um die Frankfurter Rundschau (FR) neu auszurichten. Beim 95. Rhein-Main Journalisten-Stammtisch im Sofitel Frankfurt Opera gab die neue Chefredakteurin Einblicke in den künftigen Kurs bei der FR.

Seit Dezember 2025 steht die 40-Jährige an der Redaktionsspitze. Vor den Medienvertreterinnen und -vertretern beschrieb sie, wie sie die Zeitung strategisch und inhaltlich weiterentwickeln will. Stationen bei Business Insider und BuzzFeed haben ihren Blick für digitale Formate geschärft. Nun geht es ihr darum, wirtschaftliche Stabilität mit einem klar profilierten Journalismus zu verbinden – und die FR konsequent auf eine digitale Zukunft auszurichten.
Dabei wurde deutlich, wie eng Hoffmann ihren journalistischen Anspruch mit ihrer eigenen Biografie verknüpft. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie mit Migrationshintergrund, versteht sie Themen wie soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit nicht nur als gesellschaftliche Debatten, sondern als Kernaufgaben ihrer Redaktion. Auch ein moderner Feminismus soll stärker sichtbar werden – erzählt über konkrete, lebensnahe Geschichten, die insbesondere jüngere Zielgruppen ansprechen.
Der Wandel betrifft jedoch nicht nur Inhalte, sondern auch Strukturen. Hoffmann setzt auf eine integrierte, crossmediale Redaktion, in der Themen von Beginn an plattformübergreifend gedacht werden. „Ziel ist es, die journalistische Qualität der FR im Printbereich auch digital erlebbar zu machen“, so Hoffmann. Auf die Frage, ob dies nun das Aus für das Clickbaiting-Modell auf der Online-Seite der FR bedeute, machte Hoffmann deutlich: „Wir betreiben kein Clickbaiting, sondern setzen Themen, die die Leute auf der Seite interessieren.“ Allerdings: Die Frankfurter Rundschau wolle sich schrittweise von dem Ansatz lösen, vor allem über möglichst stark skalierende Reichweiten im Netz Erlöse zu generieren. Dazu arbeite das Haus an neuen Erlösmodellen, auch um die Abhängigkeit vom rückläufigen Printgeschäft zu verringern. Wie dieses neue Modell aussehen soll und wie viele Digitalabonnements dafür notwendig sind, lies Hoffmann zunächst offen. „Das ist keine leichte Aufgabe, die einfach umzusetzen ist. Dazu braucht es Zeit und die Bereitschaft der Leserinnen und Leser für Qualitätsinhalte zu zahlen.“ Unter einer crossmedialen Redaktion versteht Hoffmann auch die Weiterentwicklung der Social-Media-Kanäle. „Wir werden einen Tik-Tok-Kanal auf- und unsere Präsenz auf den bestehenden Plattformen weiter ausbauen.“ Geplant seien laut Hoffmann beispielsweise kurze Snippet-Videos, in denen das jeweilige Thema erläutert wird.
Den tiefgreifenden Umbruch in der Medienbranche begreift sie dabei ausdrücklich als Chance. Gerade in einer von künstlicher Intelligenz, wachsender Informationsflut und Desinformation geprägten Öffentlichkeit gewinne verlässlicher Journalismus an Gewicht. Orientierung, Einordnung und eine klare Haltung seien entscheidende Merkmale, die Vertrauen schaffen – und die den Unterschied zu automatisierten Inhalten ausmachen können.
Ballcom dankt dem langjährigen Sponsor Fraport AG – die zeitgleich die Eröffnung des Terminals 3 feierte – sowie Gastgeber Steffen Opitz, General Manager von Sofitel Frankfurt, und allen Gästen für den intensiven Austausch beim 95. Rhein-Main Journalisten-Stammtisch.











































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